Katalytofen

Die praktische, aber nicht unproblematische Heizung
Der Katalytofen, umgangssprachlich auch als Heizstrahler, Gasheizstrahler oder Gasofen bezeichnet, dient als kompaktes Gerät zur Beheizung von Räumen ohne Kaminanschluss. Solch ein Gasheizstrahler wird meist nicht zur dauerhaften Beheizung, sondern nur zum Aufwärmen kurzfristig benutzter Räume wie etwa Werkstätten oder Hobbyräumen benützt. Der Katalytofen wird auch gerne beim Camping oder in Gartenhäusern verwendet, da der Heizstrahler vom Stromnetz unabhängig ist.
Als Brennstoff dient dem Heizstrahler Flüssiggas, eine Mischung aus Propan- und Butangas, die in Heimwerkermärkten und an vielen Tankstellen in Flaschen mit z.B. 11 kg. Inhalt erhältlich ist. Da bei der Verbrennung des Flüssiggases im Heizstrahler nicht nur Sauerstoff verbraucht wird, sondern auch giftige Dämpfe entstehen, soll ein solcher Gasofen nur in nicht geschlossenen oder wenigstens gut belüfteten Räumen verwendet werden. Die bis in die 70er Jahre verwendeten und mit Katalytbenzin (Spezialbenzin 80/100) betriebenen Heizgeräte, die oft als Standheizungen in Garagen benützt wurden, werden heute nicht mehr angeboten.

Der Katalytofen besteht in der Regel aus einem einfachen, hinten offenen Gehäuse aus Stahlblech, in welches die Gasflasche hineingestellt und mittels Gasschlauch mit Druckminderer und Manometer angeschlossen wird. Das Gas wird dann nach vorne zur Ofenfront geleitet und dort mittels einer Piezo-Zündung entzündet. Die eigentliche Wärmeerzeugung erfolgt beim Gasofen dann durch die Gasverbrennung in einem Katalysatormaterial, das die Hitze nach vorne abstrahlt, die Verbrennung verbessert und die Abgasmenge verringert, wenn auch nicht gänzlich vermeidet.

Der große Vorteil beim Heizstrahler ist das Fehlen einer großen offenen Flamme, am Gasaustritt ist nur eine kleine, bläuliche Flamme zu sehen, während das Katalytmaterial sich sehr stark erhitzt und die Wärme erzeugt. Durch einen eingebauten Drehschalter kann die Gaszufuhr und damit die Heizleistung in mehreren Stufen oder auch stufenlos geregelt werden. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Mobilität dieser Gasheizstrahler: durch ihr geringes Gewicht von meist nur zwischen 10 kg und 15 kg können sie beliebig bewegt werden, was bei den meisten dieser Heizgeräte noch durch am Boden angebrachte Rollen erleichtert wird. Die Hitzeentwicklung findet beim Gasofen ausschließlich an der Ofenfront statt, der Gasheizstrahler kann deshalb an den seitlichen Griffen und hinten jederzeit ohne Verbrennungsgefahr berührt werden.

Die Leistung dieser Heizgeräte wird in Kilowatt angegeben, die Heizleistung der meisten Gasheizstrahler liegt zwischen 3 und 4 kw. Sie ist umso höher, je größer die Abstrahlfläche der Heizgeräte ist. Der Gasverbrauch liegt je nach Heizstufe meist zwischen etwa 0,1 kg und 0,3 kg pro Stunde. Damit kann ein Katalytofen auf kleinster Stufe theoretisch 110 Stunden ununterbrochen Wärme liefern.

Bei der Benutzung solcher Heizgeräte ist zu beachten, dass der Gasofen für den Betrieb in tief gelegenen Räumen und in Kellerräumen ungeeignet ist. Beim Verbrennungsvorgang wird nämlich nur der größte Teil des Flüssiggases verbrannt, eine Verbrennung zu 100% kann im Katalytofen aus technischen Gründen nie erreicht werden. Das als Betriebsmittel dienende Flüssiggas ist schwerer als die Umgebungsluft und wird sich, besoners auch bei einer eventuellen Undichtigkeit des Heizstrahlers, in einem solchen Raum unter dem Erdniveau ansammeln, was zu schweren Vergiftungen oder sogar zum Tod führen kann. Zudem besteht die Gefahr einer Explosion, wenn das Luft-Gas-Gemisch mit einer Flamme in Berührung kommt.